Anwalt rät, den Führerschein nie mitzunehmen: Seine Begründung hat es in sich


von Lars Schwichtenberg am 20.01.2022

Auf seinem TikTok-Kanal sogehtrecht verrät Anwalt Christian Klages Rechtstipps.

Screenshot: EFAHRER/TikTok @sogehtrechtAuf seinem TikTok-Kanal sogehtrecht verrät Anwalt Christian Klages Rechtstipps.

Der Führerschein ist neben dem Personalausweis ein wichtiges persönliches Ausweisdokument, das eigentlich immer mitgeführt werden sollte. Nun rät ein Anwalt, den Führerschein doch besser zu Hause zu lassen, da er sonst schnell weg sein kann. Und das sogar, wenn man gar nicht gegen Regeln verstoßen hat.

Überstunden, nach der Arbeit zum Sport, schlecht geschlafen oder viel Stress am Tag – es gibt viele Gründe, warum Autofahrer müde aussehen können. Das heißt aber nicht, dass sie nicht fahrtüchtig sind. Wer in den Abendstunden in eine Polizeikontrolle gerät, die nach Alkohol- oder Drogensündern Ausschau hält, für den kann der müde Eindruck aber schon zum Problem werden: Die Polizisten könnten den Eindruck fehldeuten. Der Rechtsanwalt Christian Klages rät in einem Tiktok-Video dazu, den Führerschein erst gar nicht mitzunehmen. Die Polizei darf diesen laut Klages schon bei einem Anfangsverdacht in Bezug auf Alkohol- oder Drogen-Konsum beschlagnahmen und einen Bluttest im Labor anordnen. Der Führerschein bleibt dann beschlagnahmt, bis die Auswertung des Bluttests vorliegt – und das kann dauern.

Auch Augenringe oder allgemein müdes oder abgeschlagenes Aussehen reicht nach Klages’ Aussagen für solch eine kurzzeitige Entziehung schon aus. Im schlechtesten Fall kann es bis zu drei Monate dauern, bis die Ergebnisse einer Blutuntersuchung eintreffen und die Unschuld beweisen. In dieser Zeit dürfen Betroffene trotzdem kein Kraftfahrzeug führen. Deshalb rät Klages, den Führerschein einfach zu Hause zu lassen und nach einer Kontrolle lieber die fälligen 10 Euro Ordnungsgeld zu zahlen, als die Gefahr einzugehen, den Führerschein aufgrund eines dünnen Verdachts für längere Zeit zu verlieren.

Führerschein darf nicht von der Polizei in der Wohnung gesucht werden

Auch für den Fall, dass die Polizei den nicht mitgeführten Führerschein in der Wohnung des Verdächtigen suchen will, hat der Anwalt einen Rat: Polizei oder Ordnungshüter sind nur mit einem schriftlichen Durchsuchungsbefehl dazu ermächtigt, private Räumlichkeiten zu durchsuchen. Dafür reicht ein Alkohol- oder Drogenverdacht bei einer Fahrzeugkontrolle üblicherweise nicht aus.

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