Schock-Preise an der Eisdiele – so schleckt der Rest der Welt


Im vergangenen Jahr kostete eine Kugel Eis in Großstädten wie Berlin, Leipzig oder Stuttgart über 1,80 Euro. In München lag der Schnitt sogar bei 2,10 Euro. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 1,47 Euro.

Wer in diesem Jahr das erste Mal bei der Eisdiele um die Ecke nach einer Kugel Eis fragt, erlebt oft einen Preis-Schock. 4 Euro und mehr für zwei Kugeln Eis in der Waffel sind längst keine Ausnahme mehr.

Die Hersteller verweisen auf stetig steigende Kosten für Milch und Zucker – die wichtigsten Rohstoffe bei der Eisproduktion – sowie die aktuelle Rohstoffknappheit. Hinzu kommen die stetig steigenden Energiekosten und der vermehrte Umstieg auf nachhaltige Verpackungen.

So schleckt die Welt: Andere Länder, andere Eissitten

Die Kugel Eis wird hierzulande immer teurer.

Getty/ Lucy Lambriex

Mehr als 2 Euro für eine Kugel Eis? Wer sich darüber aufregt, sollte einen Blick in andere Länder riskieren. Doch nicht nur die Preise, auch die Schleckgewohnheiten unterscheiden sich.

– ITALIEN: In der Hochburg des Eisgenusses kommt es vor allem darauf an, wo genau man sein “gelato” kauft – an Touristenattraktionen in Rom etwa muss man wesentlich tiefer in die Tasche greifen als in Wohngegenden. In Italien werden in aller Regel keine Kugeln bestellt, sondern in Größen und in “gusti”, also Geschmacksrichtungen. Der Preis bemisst sich meist an der Größe des Eisbechers oder der Waffel. In Rom wird übrigens das ganze Jahr Eis gegessen, auch im Winter.

– SKANDINAVIEN: Obwohl es hier auch im Sommer selten richtig heiß wird, sind die Skandinavier verrückt nach Eis. Das ist im Norden allerdings ein teures Vergnügen. Eine Kugel Eis kann umgerechnet bis zu vier Euro kosten. Dafür bekommt man aber auch eine ordentliche Portion. Beliebte Spezialität: Lakritz-Eis.

– ÄTHIOPIEN: In Äthiopien ist frische Eiscreme noch ein vergleichsweise neuer Luxus, nur Besserverdienende und Ausländer zählen zu den Kunden.

– INDIEN: Eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen in Indiens Hauptstadt Neu Delhi ist es, am Wahrzeichen India Gate ein Eis zu essen. Bei den mobilen Händlern gibt es Orangen-Wassereis schon für umgerechnet wenige Cent.

– TÜRKEI: Spezialität ist das besondere “Kahramanmaras-Eis”, das aus Schafsmilch, Zucker und aus Orchideenknollen gewonnenem Saleppulver hergestellt wird, das dem Eis eine zähe Konsistenz verleiht. Es wird von bunt gekleideten Straßenverkäufern mit langen Schaufeln aus metallenen Fässern heraus verkauft.

– FRANKREICH: Die französischen Eispreise sind bei Touristen berüchtigt. In den besten Pariser Eisdielen kostet die Kugel gerne auch schon mal mehr als vier Euro. Trotzdem bilden sich vor den renommiertesten Eisdielen bei gutem Wetter lange Schlangen. Abseits der Hauptstadt geht es etwas günstiger, aber auch hier werden die deutschen Preise meist überboten.

– TSCHECHIEN: In einer traditionellen Milchbar im Prager Stadtzentrum ist die Kugel Eiscreme immer noch vergleichsweise günstig. Da kann die Schlange vor der Theke schnell lang werden. Im Supermarkt bleibt die “russische Eiscreme” – ein Sandwich in Brikettform – weiter beliebt. Bei manch einem werden dabei Erinnerungen an die Kindheit im Sozialismus wach.

– GRIECHENLAND: Während eine Kugel im Zentrum Athens teilweise noch für unter 1 Euro zu bekommen ist, müssen die Touristen auf beliebten Inseln wie Mykonos oder Santorin teilweise mehr als drei Euro hinlegen. Allgemein aber essen die Griechen und auch die Zyprer nicht so gern Eiskugeln. Sie bevorzugen Eis am Stiel oder im Becher, das man sich vom Kiosk um die Ecke holen kann. Lange Warteschlangen vor Eisdielen gibt es eher nicht.


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